Facebook-Skandal zum Zweiten? Apple, Netflix und andere konnten teils private Nachrichten lesen

19. Dezember 2018 | Sonstiges | 0 Kommentare »

Facebook ist offenbar von einem weiteren Datenskandal betroffen. Wie schwerwiegend der ist, kann sich jeder Nutzer selbst aussuchen. Es hängt davon ab, für wie vertrauenswürdig man die beteiligten Parteien hält.

Der Datenskandal um Facebook ist noch nicht vergessen und auch nach dessen Aufarbeitung ist es bereits zu weiteren Fällen unzulässiger Weitergaben von Profilinformationen gekommen.

Nun zeigt sich, dass bei Facebook quasi jahrelang Tag der offenen Tür geherrscht hat. Eine recht große Gruppe diverser Unternehmen konnte scheinbar auf zahlreiche Daten der Nutzer zugreifen.

Wie aus einem aktuellen Bericht der New York Times hervorgeht, konnten offenbar mehr als 150 Unternehmen auf Informationen aus den Profilen der Facebook-Nutzer zugreifen. Die Liste dieser Partner liest sich stellenweise ein wenig wie das Who’s Who der Tech-Branche. Apple steht auch auf dieser Liste,  des Weiteren Spotify, Amazon und Microsoft, wo man die öffentlichen Profildaten etwa benutzte, um die hauseigene Suchmaschine Bing zu verstärken. Amazon teilte mit, man habe die erhaltenen Daten über Nutzerkonten auf angemessene Weise verwendet, was immer damit gemeint sein mag.

Während der Zugriff auf den öffentlichen Teil der Profile vielleicht befremdlich, aber sicherheitstechnisch weniger kritisch sein mag, ist es allerdings sehr bedenklich, dass einige dieser Firmen auch private Nachrichten der Nutzer lesen konnten. Das traf etwa auf Netflix zu, wo man allerdings versichert, davon nichts gewusst und schon gar nicht davon Gebrauch gemacht zu haben.

Apple wiederum konnte in den Veranstaltungskalender der Nutzer schauen, erklärt aber auch, dies nicht getan zu haben. Diese Art von Partnerschaften hatten die jeweiligen Parteien offenbar individuell mit Facebook ausgehandelt. Dass die daraus resultierenden Zugriffsmöglichkeiten so uferlos ausgefallen sind, liegt offenbar daran, dass bei der Entwicklung der genutzten Schnittstelle etwas zu viel Spielraum gelassen wurde. – diese stammt aus dem Jahr 2010.


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