Den On Balance Volume Indikator nutzen und Geld verdienen

23. September 2019 | Sonstiges | 0 Kommentare »

Angesichts des historischen Zinstiefes, welches in der Eurozone herrscht, entdecken immer mehr Anleger den Devisenhandel, also das Forex Trading, als attraktive Alternative zu konventionellen Sparplänen. Denn hier haben sie große Chancen darauf, dass sie das eingesetzte Kapital verfielfachen. Jedoch ist der Devisenhandel auch mit Risiken verbunden. Anleger sollten das Trading also erst starten, nachdem sie sich gut vorbereitet, sich das entsprechende Wissen und die für sie optimalen Werkzeuge angeeignet haben. Dazu gehören verschiedene Analysetools.

Beispielsweise sollten die Anleger ihr Geld nur dann riskieren, wenn die Analysetools auch einen für sie positiven Trend anzeigen. Ist die Kursentwicklung hingegen zu unsicher, sollten sie besser mit dem Handel aussetzen, um nicht unnötigerweise Verluste zu riskieren. Denn die Wechselkurse zwischen den Währungen können sich im Sekundentakt ändern und auch wenn diese Änderungen vielleicht nur minimal sind, können sie doch eine erhebliche Wirkung auf das Portfolio des Anlegers haben.

Der Devisenmarkt, also der Handel mit Währungen, wird dem Finanzmarkt zugeteilt, obwohl hier ein wenig andere Regeln gelten, als es auf den Kapital- und Geldmärkten der Fall ist. Denn auf dem Devisenmarkt gibt es beispielsweise keine zentrale Instanz wie eine Börse, über die der Handel abgewickelt wird. Die Trades werden im Gegenteil zwischen den Marktteilnehmern selbst abgewickelt.

Übrigens ist der Devisenhandel sehr viel älter, als viele Anleger vermutlich meinen. Denn die Wurzeln des Devisenhandels reichen bis ins antike Griechenland, als der Hellenismus in seiner vollen Blüte stand. In jener Zeit war Griechenland sowohl wirtschaftlich als auch kulturell das Zentrum der damals bekannten Welt. Deshalb zog es auch Händler aus ganz Europa und dem Nahen Osten in die griechischen Städte, um dort ihre Waren feilzubieten. Weil sie zu Hause andere Währungen hatten, mussten Verkäufer und auswärtige Kunden ihr Geld bei Geldwechslern umtauschen, die den Wert der jeweiligen Währung danach bemaßen, wie hoch der Anteil an Edelmetallen wie Gold und Silber in den entsprechenden Münzen war.

In den folgenden Jahrhunderten war der Devisenhandel eher unbedeutend, bis es anno 1880 schließlich möglich wurde, ausländische Zahlungen auf ein eigenes Konto im Ausland zu transferieren. Weitere Meilensteine waren die Gründung der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds sowie das Abkommen von Bretton Woods im Jahr 1944. Bei diesem Abkommen wurden die Korridore festgelegt, innerhalb derer der Wert der Währungen zueinander schwanken durfte, ohne dass die Zentralbanken eingreifen mussten. Dieses Abkommen wurde 1969 zunächst aufgeweicht und vier Jahre später schließlich komplett aufgehoben. Das wiederum hatte zur Folge, dass der Wert der Währungen in den folgenden Jahrzehnten teilweise sehr stark schwankte, was insbesondere in Krisensituationen der Fall war.

Das Forex Trading bietet Anlegern nicht nur deshalb Vorteile, weil es sich hierbei um den weltgrößten Finanzmarkt handelt. Hinzu kommt, dass Währungen weltweit gehandelt werden, sodass Anleger keinerlei Rücksichten auf die Öffnungszeiten irgendwelcher Institutionen nehmen müssen, sondern rund um die Uhr handeln können. Ferner profitieren sie davon, dass sie üblicherweise keine allzu langen Wartezeiten in Kauf nehmen müssen, bis ihre Orders ausgeführt werden. Der Grund dafür liegt darin, dass auf diesem Finanzmarkt eine äußerst hohe Liquidität herrscht.

Das gilt insbesondere, wenn Anleger mit Währungspaaren aus den sogenannten Leitwährungen handeln. Dazu gehören neben dem US-Dollar und dem Euro auch das britische Pfund, der japanische Yen und Schweizer Franken. Denn etwa 80 Prozent des Handels erfolgt zwischen diesen Währungspaaren.

Anleger sollten aber auch die Akteure kennen, welche einen Einfluss auf den Devisenmarkt nehmen. Denn neben Privatleuten und Unternehmen beteiligen sich vor allem Banken und Zentralbanken am Forex Trading. Letztere haben sogar einen nicht unerheblichen Einfluss darauf, wie sich die Preise entwickeln. Denn sie steuern das Zinsniveau in ihrem Einflussbereich. Hebt eine wichtige Zentralbank wie die US-Notenbank Federal Reserve das Zinsniveau an, ist davon auszugehen, dass der US-Dollar für Anleger attraktiver wird und die Preise somit steigen. Werden die Zinsen hingegen gesenkt, dürfte eher das Gegenteil der Fall sein.

Nicht minder groß ist aber auch der Einfluss der konjunkturellen Entwicklung auf die Preise für die jeweilige Währung. Der Grund dafür ist relativ simpel: Denn die konjunkturelle Entwicklung ist ein Indiz dafür, wie sich die Kaufkraft einer Währung entwickelt, was sich dann natürlich wiederum auf den Preis auswirkt.

Anleger, die erfolgreich auf den Devisenmärkten agieren wollen, sollten deshalb diverse Analysetools, die sogenannten Indikatoren, nutzen. Diese können ihnen nämlich anzeigen, in welche Richtung hin sich ein Trend entwickelt und ob dieser stabil bleibt. Es empfiehlt sich allerdings, sich nicht nur auf ein Tool zu verlassen, sondern mehrere zu nutzen, um möglichst umfangreiche Handelssignale zu bekommen.

Als Joe Granville den On Balance Volume Indikator in den 1960er Jahren entwickelte, galt dieser als revolutionär, jedoch nutzen ihn mittlerweile auch professionelle Trader auf den verschiedensten Finanzmärkten. Der Indikator ist Teil der technischen Analyse und soll eine Einschätzung dafür liefern, wie sich da jeweils vorhandene Handelsvolumen auf die Entwicklung der Kurse auswirkt. Gemessen wird damit also, wie groß der Druck zum Kauf oder zum Verkauf ist.

Um diesen Indikator zu entwickeln, ging Granville davon aus, dass das gesamte Volumen an einem Handelstag ansteigen wird, wenn das jeweilige Finanzprodukt höher geschlossen hat als am vorherigen Handelstag. Hat es niedriger geschlossen geht man hingegen von einem niedrigeren Handelsvolumen aus, wodurch sich dann auch die OBV Linie formt.

Wie Granville herausgefunden hat, wird eine mögliche Umkehr es Kurses dadurch angezeigt, dass sich die Richtung des OBV verändert. Kauft ein Trader etwa ein Finanzprodukt verstärkt, führt das zu einem weiteren Anstieg er Kurse. Fällt das Volumen dagegen innerhalb eines Kauftrends, nimmt der Kaufdruck scheinbar ab und der bullische Trend schwächt ab.

Das heißt im Endeffekt: Wenn dieser Indikator eine Abweichung von der aktuellen Kursbewegung anzeigt, dürfte eine Umkehr des Kurses kurz bevor stehen. Möglicherweise agiert der OBV aber auch vor dem Kurs. Daraus können Anleger ablesen, in welche Richtung der Kursausbruch möglicherweise stattfindet.

Keinesfalls außer acht lassen sollten Anleger aber die Tatsache, dass sie im Forex Trading den On Balance Volume Indikator stets mit anderen technischen Indikatoren kombinieren sollten, um die jeweiligen Handelssignale bestätigt zu bekommen. Es empfiehlt sich auch, die gewählte Kombination in einem kostenlosen Demokonto, das von vielen Brokern angeboten wird, erst einmal auszuprobieren.


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