ARD-Reportage: 30 Minuten Angst(-mache) vor Cloud-Diensten

8. Juli 2014 | Sonstiges | 0 Kommentare »

Am gestrigen Abend, auf Twitter haben wir kurz vorher darauf aufmerksam gemacht, strahlte Das Erste eine halbstündige Reportage unter dem Titel “Zugriff! Wenn das Netz zum Gegner wird” aus. Versprochen wurde investigative Recherche von dem Autorenteam, das bereits Amazon in der Doku “Ausgeliefert – Leiharbeiter bei Amazon” an die Wand nagelte. Was der Zuschauer allerdings zu sehen bekam, war ein oberflächlicher durch Dramatik aufgeblasener Kurzfilm, der unterlegt mit zudröhnender Musik allenfalls den Angstschweiß auf der Stirn hervorrufen sollte.

icloud ARD Reportage: 30 Minuten Angst( mache) vor Cloud Diensten

Die ARD möchte mit dem “exklusiv im Ersten” laufenden Film aufrütteln. Aufrütteln vor möglichen Gefahren im Internet und animieren zum Schutz seiner eigenen Identität. Gerade in der Cloud lagern unzählige Daten von uns. Pikante Daten. So verdienstvoll und gleichwohl wichtig dieser Gedanke auch ist: Innerhalb der 30 Minuten zeigt der Film zwar eindrucksvoll, welche Tricks Hacker und Kriminelle nutzen, um Touch ID und die iCloud zu überlisten, wirklich lehrreich ist die Reportage aber nicht. Was am Ende des Alptraum-Szenarios bleibt, ist nicht nur die Erinnerung an alte TKKG-Zeiten, sondern auch das trübe Gefühl vermittelt bekommen zu haben, völlig machtlos zu sein.

Die IT-Experten hätten ihre Redezeit vielmehr dafür aufbringen können, zu sagen, wie man sich vor dem im Film dargestellten Worst-Case Szenario schützen kann, als den Zuschauern die Information mitzuteilen, dass der Peter am liebsten scharfe Kekse mit Knoblauch isst. Eine Reportage, die sich der Angstmache verschrieben hat, zwar richtiger Weise aufrüttelt, am Ende aber trotzdem keine Hilfestellung leistet.

Aufgrund der filmreifen Aufmachung könnt ihr dennoch den Blick in die 30 Minuten wagen. Hier geht es zur ARD-Mediathek.

Zum Abschluss noch ein paar Tipps, wie ihr schon ein Stück sicherer unterwegs seid: Ein doppeltes Anmeldungsverfahren hilft, das Schlimmste zu verhindern. Es lässt zum Beispiel nicht ohne Weiteres ein Passwort zurücksetzen, wenn man nicht das Smartphone am Mann hat. Auch das Nutzen verschiedener Passwörter und das regelmäßige Ändern selbiger beugen ungemein vor. Nicht zuletzt hilft auch das Einsetzen komplizierterer Kennwörter. Auch wenn ein absoluter Schutz nicht möglich ist, diese Regeln machen die Nutzung von Internet und Services erheblich sicherer.


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