iTunes Radio mit Tantiemen-Forderungen für ältere Musik konfrontiert

26. Januar 2015 | News | 0 Kommentare »

Nach einem langen Rechtsstreit zwischen Sirius XM Radio und Mitgliedern der Rock-Band “The Turtles” im Streit um Tantiemen für alte Musikaufnahmen, die noch vor 1972 entstanden sind, ist nun eine ganze Reihe neuer Sammelklagen gegen die Streaming-Dienste von Apple, Sony, Google und Rdio eingegangen. Laut Law360 ist auch Beats Music von einer dieser Klagen betroffen.

Als Kläger tritt eine Firma namens Zenbu Magazines auf. Und dem ersten Anschein nach scheinen deren Ansprüche berechtigt: Dienste wie iTunes Radio, Beats und Google Play Music verdienen ihr Geld mit Musiktiteln, die vor 1972 entstanden sind, ohne einen einzigen Dollar an die Künstler abzugeben, deren Rechte Zenbu Magazines vertritt.

Komplizierte Rechtslage mit neuen Möglichkeiten für die Rechteinhaber

Andererseits gibt es das Recht, Tantiemen neben Musikkompositionen auch für Tonaufnahmen zu verlangen, erst seit genau dem Jahr 1972. Im vergangenen Jahr hat allerdings ein Richter in Los Angeles entschieden, dass auch für Aufzeichnungen von öffentlichen Auftritten aus der Zeit vor 1972 Zahlungen verlangt werden können, wie The Recorder anmerkt.

In dem oben genannten Verfahren Sirius XM gegen die Besitzer von Tonaufnahmen von “The Turtles” aus den 60er Jahren hatte das zuständige Gericht gegen die Ansprüche von Sirius entschieden.

Apples Beats Music Streaming-Dienst steht vor Neuauflage

Die Klage gegen Apple wird sich auch auf das Streaming-Angebot von Beats Music auswirken. Der geplante Dienst wird voraussichtlich nativ in iTunes und iOS eingebunden sein. Er soll zwar zur Zeit noch überarbeitet werden, eine Neuauflage steht aber mehr oder weniger unmittelbar bevor. Wenn dort ältere Musik angeboten wird, ist Beats ebenfalls betroffen.


Die Ausmaße der Rechtsansprüche sind den Anbietern wie Apple nach Einschätzung des Professors Tyler Ochoa von der Santa Clara Universität noch nicht einmal ansatzweise klar. Deshalb könnten die Anbieter geneigt sein, ältere Musik von vor 1972 eben gänzlich aus dem Programm zu nehmen, um solche Klagewellen von vornherein zu vermeiden. Das wird die Nutzer des Streamingangebots natürlich weniger freuen.


Dir gefällt der Artikel? Teile ihn mit deinen Kontakten:
Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

Einen Kommentar schreiben