StreamOn-und andere Videodienste ab jetzt unkomprimiert: Dies sind die Auswirkungen

9. August 2019 | Mobilfunk | 0 Kommentare »

Die Deutsche Telekom hat ihre StreamOn-Option den neuen rechtlichen Erfordernissen anzupassen begonnen. In der ersten Stufe der Änderungen werden nun Videostreams nicht mehr komprimiert an den Kunden übertragen. Das muss allerdings nicht in jeder Situation ein Vorteil sein.

StreamOn durfte nicht länger in der beanstandeten Art angeboten werden, das entschied zuletzt ein Verwaltungsgericht im Westfälischen Münster, OSXi.de berichtete. Und dann geschah das, was wohl lange von niemandem ernstlich erwartet worden war: Die Telekom beugte sich der neuen Rechtslage. Nicht augenblicklich, aber doch relativ zeitnah, denn die Bundesnetzagentur hat verschiedene Aspekte von StreamOn moniert. Einer davon betrifft das Videostreaming: Videoinhalte wurden bislang auf 480P, faktisch der Qualität einer DVD, komprimiert, was einer Datenrate von rund 1,7 MB/s entspricht. Das wurde mit allen Videostreams gemacht, ob bei StreamOn dabei oder nicht und das verstieß gegen die Natur der Netzneutralität.

Ab sofort werden Videostreams nicht mehr komprimiert, sondern so ausgeliefert, wie sie vom Anbieter geliefert werden und dies gilt nun ebenfalls für alle Inhalte, ob bei StreamOn dabei oder nicht. Das hat mehrere Konsequenzen: Einerseits offenkundig eine bessere Bildqualität, andererseits aber auch, dass zuvor stabil laufende Streams in Gegenden mit schlechter Netzversorgung nicht mehr laufen, das kann ärgerlich sein.

Es bedeutet auch, dass Videostreams von Anbietern, die nicht bei StreamOn mitmachen, aber hochauflösend sind, das eigene Datenvolumen rasch dahinschmelzen lassen, das kann auch ärgerlich sein. Im nächsten Schritt wird StreamOn ab September auch im EU-Ausland angeboten, das wiederum dürfte kaum Nutzer ärgern. Allerdings hat die Telekom sich in ihren aktualisierten Preislisten natürlich die Möglichkeit vorbehalten, den Zustand von StreamOn wieder auf den früheren Stand zurückzudrehen, sobald man diese Möglichkeit  vor den Gerichten erstritten hat.


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