Israel-Firma Cellebrite: Können im Moment jedes iPhone hacken

15. Juni 2019 | Apple, Betriebssystem, iPhone | 0 Kommentare »

Die israelische Forensik-Firma „Cellebrite“ verkündete gestern via Twitter, dass man nun in der Lage sei, jedes iPhone inklusive jene mit dem neusten Update iOS 12.3 softwareseitig aufzubrechen. Auch High-End Android Handys könnten sie hacken.

Cellebrite ist seit Jahren bekannt dafür, Software zu bauen, die es staatlichen Institutionen und der Polizei erlaubt, in verschiedenste Smartphones einzudringen. Und mit der neuen „UFED Premium“ kann man wohl auch sämtliche iPhones und Android Handys entschlüsseln sowie Daten runterziehen.

Damit wirbt man jetzt auf Twitter und der Homepage. Und ja: Es klingt schon etwas skurril, wie Cellebrite das Ganze darstellt. Sogar einen „Get Started“ Button findet man auf der Website. Als wäre das Hacken von iPhones eine alltägliche Sache. Klickt man diesen, muss man seine Kontaktdaten sowie die Organisation angeben, für die man arbeitet.

Seit jeher bekämpft Apple jedoch Firmen wie Cellebrite. Gut möglich, dass die jetzige iOS 12.4 Beta bereits Sicherheitslücken geschlossen hat, über die das Eindringen ins iPhone möglich ist.

Selbstverständlich prüft Cellebrite vor dem Aushändigen der Software die Zulässigkeit und den rechtlichen Rahmen. Allerdings ist es dennoch eine höchst unsichere Geschichte. Erst dieses Jahr berichtete Forbes, dass es die Cellebrite Software auf eBay für unter 100 US-Dollar zu kaufen gab. Das Weitergeben und Leaken der Software ist eben kaum zu unterbinden.

Damit argumentierte Apple ja auch im bekannten Fall des San Bernardino iPhone. Damals sagte Tim Cook, wenn das Unternehmen eine Hintertür in iOS einbauen würde, dann wäre ein Kontrolle und damit die jetzige Sicherheit von iOS im Grunde nicht mehr möglich.

Wie seht ihr das: Sollten Exekutive und Gerichte in jedem Fall und einfach Zugang zu Gerätschaften von Verdächtigen und Tätern bekommen, selbst wenn die Sicherheit aller anderen Nutzer durch einzelne Fälle gefährdet wäre?


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