Chipgate im iPhone 6s – ein Skandal, der keiner ist

9. Oktober 2015 | Apple, iPhone | 0 Kommentare »

Von der Diskussion um die zwei verschiedenen A9-Chips im iPhone 6s habt ihr sicherlich gehört. Wir haben davon nur am Rande erzählt – aus gutem Grund.

Was war passiert? Um die Anzahl an iPhones produzieren zu können, hat Apple offenbar zwei Hersteller damit beauftragt, die Prozessoren für das neue iPhone zu fertigen: Samsung und TSMC. Eigentlich ein Umstand, der nicht näher betrachtet werden müsste und auch schon in älteren iPhones hin und wieder vorkam.

Taptic Engine

Auch der Fakt, dass der Chip von TSMC etwa 10 Prozent größer ist, als der von Samsung, ist nicht weiter erwähnenswert. Schließlich ist die Leistung genau die gleiche.

Eine Handvoll YouTuber wollen in den letzten Tagen aber trotzdem einen entscheidenden Unterschied bemerkt haben: Die Akkulaufzeit. Um ganze zwei Stunden soll sich diese unterscheiden. Je nach dem, welcher Chip verbaut ist. Der Prozessor von TSMC sei deutlich energiesparender, als der von Samsung.

Ein Gerücht, dass viele Medien dankbar zu einem handfesten Skandal aufgezogen haben. Chipgate – endlich gibt es wieder etwas zu meckern am neuen iPhone. So etwas klickt sich schließlich hervorragend.

Nun basierte dieses Gerücht aber auf einige wenige Nutzer, die beide Handys in völlig unwissenschaftlichen Tests auf die Probe stellten. Zwischen wenigen Prozenten bis hin zu zwei Stunden Unterschied sind dabei herausgekommen. Allein die Tatsache, dass die Ergebnisse der Tester derart schwanken, hätte stutzig machen können. Wirklich ernst kann man die Videos nicht nehmen.

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Ein Umstand, der Apple nun dazu bewegt hat, zu reagieren. In einem Statement gegenüber TechCrunch heißt es, dass sich die Chips tatsächlich unterscheiden würden und auch die Akkulaufzeit davon tangiert wird. Allerdings sei die Differenz kaum spürbar und betrage gerade einmal zwei bis drei Prozent.

Zwei bis drei Prozent! Im Gegensatz zu den Amateur-Tests in verbal aufgebauschten Videos hat Apple die Mittel, wissenschaftliche Tests mit dem iPhone durchzuführen. Dem sollte man also Glauben schenken können. Davon abgesehen sind derartige Schwankungen auch zwischen iPhones mit gleichen Chips sichtbar, betont der Konzern – also noch nicht einmal auf die unterschiedlichen Prozessoren im Handy zurückzuführen.

So ist Chipgate mal wieder eines der Beispiele, die zeigen, wie schnell der pure Sensationalismus der Medien den haltlosen Gerüchten glaubt. Die Batterielaufzeit ist relativ. Unterschiede zwischen den iPhones gibt es kaum. Chipgate ist heiße Luft. Wissenschaftlich widerlegt. Und damit vom Tisch.

Wir widmen uns dann wieder etwas anderem.


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