EU verdonnert Qualcomm zu einer zweiten Strafzahlung

19. Juli 2019 | Hardware | 0 Kommentare »

Die EU-Kommission hat gegen den US-Chipkonzern Qualcomm eine zweite Strafe verhängt und betrifft diesmal die Verdrängungspreise.

Satte 242 Millionen Euro muss der Apple-Chiplieferant an die Europäische Union zahlen.

Im Juni gab es erste Anzeichen für eine zweite Strafe der EU gegen Qualcomm, weil das Unternehmen seine dominierende Stellung auf dem Markt für 3G-Baseband Chips ausnutzte. Die Chips bot der Konzern unter seinen Kosten an und hatte das Ziel den Konkurrenten Icera im genannten Produktbereich zu verdrängen. Qualcomm verstieß mit dieser Strategie gegen das EU-Kartellrecht.

Wie die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager erläuterte, seien Baseband-Chipsätze wichtige Bauteile mobiler Geräte, weil sie damit Verbindung zum Netz aufbauen könnten. Diese Produkte habe Qualcomm zu nicht kostendeckenden Preisen an seinen wichtigsten Kunden verkauft, um einen Wettbewerber auszuschalten.

Wettbewerb und Innovation auf diesem Markt seien durch dieses strategisches Vorgehen verhindert worden, ebenso würde die Auswahl der Verbraucher beschränkt. Das Ergebnis ist nun besagte Geldbuße, die Qualcomm an die EU entrichten muss.

Laut der EU-Kommission hatte Qualcomm von 2009 bis 2011 bei UMTS-Baseband-Chipsätzen eine führende Position auf dem Weltmarkt. Der Marktanteil belief sich auf rund 60 Prozent und war drei mal mehr als der stärkste Konkurrent Icera. Die Feststellung nimmt auch Bezug zu den enormen Marktzutrittschranken die in dem Sektor bestehen. Die Erstinvestitionen für UMTS-Chipsätze in Forschung und Entwicklung seien enorm.

Apple bezieht von Qualcomm einen Großteil seiner Kommunikations-Prozessoren für das iPhone und hatte vor wenigen Monaten einen milliardenteuren Vergleich geschlossen.


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