Von Marzipan zu Catalyst: So soll der Mac vom iPad profitieren

5. Juni 2019 | Betriebssystem, Mac | 0 Kommentare »

macOS soll künftig reichlich neue Apps erhalten, die zuvor für das iPad optimiert worden waren. Aus dem ambitionierten Projekt Marzipan wird Fatalist, doch das ist womöglich erst der erste Schritt.

Es klang so schön einfach: eine App einfach mit ein paar Klicks von einer iOS-Anwendung in eine Mac-App verwandeln. Apple wurde nachgesagt, mit dem sogenannten Project Marzipan genau daran zu arbeiten. Schon im letzten Jahr soll man mit diesem Plan begonnen haben, OSXi.de berichtete.

Nun ist klar, ganz so einfach und harmonisch wird das ganze nicht, es könnte für den Mac aber trotzdem ein großer Gewinn sein.

: Das steckt hinter dem neuen Namen

Ob Marzipan tatsächlich der ursprüngliche Arbeitstitel des Projekts war, ist natürlich nicht ganz sicher. Sicher aber ist, dass das vorläufige Endergebnis nun Catalyst heißt und das nicht ohne Grund: Laut Craig Federighi, Verantwortlicher VP für Software bei Apple, soll das genau der Katalysator sein, der dem Mac App Store neuen Schub verleiht, den er chronisch braucht, denn für den Mac gibt es stets nicht so viele Apps wie man sich wünscht.

Vorläufig, so wurde es auf der gestrigen Keynote klar, werden nur zuvor für das iPad optimierte Apps einfach auf den Mac portiert werden können. Das gelingt mit Xcode 11 und hier kann der Entwickler tatsächlich mit wenigen Klicks grundlegende macOS-Eigenschaften wie das Erscheinungsbild von Buttons und Fenstern hinzufügen. Auch die Tastatur- und Mausbedienung kann in Xcode 11 recht zügig rudimentär etabliert werden, ebenso wie die Benutzung der Touch Bar.

Das wird sicher bei der Entwicklung von iPad- und macOS-Projekten hilfreich sein, bedeutender ist aber wohl, dass diese Projekte künftig mit einer Codebasis arbeiten können. So wird es möglich sein, ein Entwicklerteam zu sparen, die Oberfläche wird weiter eine Aufgabe für verschiedene Arbeitsgruppen sein, aber die Grundlagen werden nur einmal gelegt werden müssen. Apple weist in seiner Dokumentation zu Catalyst aber auch darauf hin, dass bestimmte Features, die etwa die Nutzung von Beschleunigungs- und anderen Sensoren, die im iPad stecken, im Mac aber nicht, natürlich nicht übernommen werden kann.

Ob das dem mac App Store tatsächlich haufenweise neue Apps wie die bereits erfolgte Portierung von Asphalt 9 durch Gameloft bringen wird, bleibt abzuwarten, doch es ist damit möglicherweise nicht zu Ende.

Bereits in den früheren Spekulationen wurde wie berichtet von einem Mehrstufenprogramm gesprochen. 2019 sollten zunächst nur iPad-Apps auf den Mac gebracht werden, die selbe Möglichkeit für iPhone-Apps sollte dem Vernehmen nach erst 2020 folgen.

Es ist also durchaus noch möglich, dass irgendwann tatsächlich mit wenig Aufwand eine App für iPhone, iPad und den Mac geschrieben werden kann.


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