Bericht: Sichere Verschlüsselung von iOS könnte Terroristen in die Karten spielen

31. Juli 2015 | Betriebssystem | 0 Kommentare »

Apples Verschlüsselung unter iOS ist so sicher, dass sogar Whistle Blower Edward Snowden die Technologie jüngst lobte. Tim Cook stellte immer wieder klar, dass die Datensicherheit der Nutzer vom Apple Betriebssystem oberste Priorität hat. Die Verschlüsselung ist dabei so gut und so zuverlässig, dass nicht einmal Apple selbst die Daten entschlüsseln könne und das auch bewusst nicht möchte. Benjamin Wittes und Zoe Bedell haben aktuell jedoch ein Worst-Case-Szenario in der Form eines Berichts auf der Plattform Lawfare veröffentlicht, das die Sicherheit der Nutzerdaten mit der Sicherheit einer Nation abwägt. Konkret geht es darum, dass Terroristen bevorzugt iOS nutzen könnten um geheime Daten austauschen zu können. Eine Verfolgung von Verdächtigen, die ein iPhone nutzen ist nahezu unmöglich, erklären die beiden Experten in dem umfangreichen Bericht.

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Ab iOS 8 ist Apple eigenen Angaben zufolge nicht mehr in der Lage die auf einem iOS Gerät gespeicherten und mit Servern synchronisierten Daten der Nutzer entschlüsseln zu können. Hier möchte der Konzern ganz klar auch bei den Nutzern punkten und erklärt 100 prozentige Loyalität. Was zunächst alles andere als bedenklich klingt, erweist sich in bestimmten Szenarien jedoch als Problem. Was ist, wenn iOS auch Terroristen in die Karten spielt? Dieser Frage gingen Benjamin Wittes und Zoe Bedell in einem umfangreichen Blogeintrag nach, den wir Interessierten nur sehr empfehlen können.

Skizziert wird folgender Fall. Angenommen ein Amerikaner mit einer leitenden Funktion wird von der ISIS über Twitter rekrutiert um alsbald über Apples geschützte Plattform weiter mit den Terroristen in Kontakt stehen zu können. Selbst wenn das Subjekt nun unter Beobachtung des FBI stünde, würden die Beamten weitestgehend im Dunkeln tappen, wenn über Apples iOS kommuniziert wird. Sämtliche Metadaten des unter Beobachtung stehenden Subjekts, sowie der Aufenthaltsort sind nicht einsehbar. Werden die Pläne des Terroristen nicht rechtzeitig durchkreuzt, könnte das Menschenleben kosten. Genau an diesem Punkt setzen die beiden Autoren ihre Kritik an.

Seit längerem schon drängen ermittelnde Behörden Apple dazu eine Hintertür im System einzubauen um terroristische Akte vorzeitig erkennen und verhindern zu können. Apple wehrte sich bislang dagegen und unterschrieb im Mai zusammen mit 140 anderen Tech-Unternehmen einen offenen und an US-Präsident Barack Obama gerichteten Brief, der die Forderung beinhaltete von den Hintertür-Anfragen abzusehen.


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