Schockierendes Video: Der tragische Alltag von Facebook Moderatoren

21. Juni 2019 | Apps, Sonstiges | 0 Kommentare »

Warnung: Das folgende YouTube Video enthält Beschreibungen von Gewalt gegen Menschen und Tiere, Ausführungen über sexueller Misshandlung und andere potentiell verstörende Inhalte.

Ein wirklich unglaubliches Video hat das Mediennetzwerk The Verge am Wochenende auf YouTube geteilt. Die Kollegen haben verschiedene Facebook Dienstleister recherchiert und Undercover Analysen durchgeführt. Herauskamen verstörende Aufdeckungen über den Alltag von Tausenden Menschen, die Facebooks Content „moderieren“.

Sogenannte Facebook Moderatoren filtern unzulässigen Content von sozialen Netzwerken wie Facebook und Instagram. Was der KI Algorithmus vorsortiert, wird ihnen dann „zum Moderieren“ vorgeworfen. Ihr Job ist es also, den ganzen Tag Facebook Fotos und Videos zu posten, die illegale Handlungen, entwürdigende Inhalte, Misshandlungen, Gewaltakte und dergleichen zeigen. Diese müssen dann nach etlichen Regeln entweder gelöscht oder umsortiert und weitergeleitet werden. Erreicht man keine Trefferquote von 98%, die Facebook vorgibt, droht eine Kündigung. Und das für wenig Geld und ohne ausreichenden psychologischen Beistand.

The Verge deckt auf, wie der Alltag in einem der schlechtesten Dienstleister, der für Facebook diese Arbeiten übernimmt, aussieht: Cognizant in Florida, USA. Dort sollen Hunderte „Content Moderatoren“ arbeiten. Insgesamt sind für Facebook knapp 15.000 Content Moderatoren tätig.

Im Video interviewt Casey Newton von The Verge ehemalige Mitarbeiter von Cognizant, die von ihrem Horror-Alltag erzählen. 30 Minuten Mittagspause, kaum psychologische Betreuung, ausbleibende Tests über die psychische Gesundheit vor, während und nach der Arbeit, fehlende Toiletten, harte Vorgesetzte, verrottende Gebäude.

Die Ex-Mitarbeiter erzählten von unerträglicher psychischer Belastung durch den Job, den ganzen Tag dermaßen verstörende Videos ansehen zu müssen. Ängste und schlaflose Nächte gehörten für sie zum Alltag. Und vor der Kündigung fürchtete man sich noch mehr, vor dem Hintergrund der drohenden Arbeitslosigkeit.

Der Job ist scheinbar nötig, wenn wir soziale Netzwerke in diesem Ausmaß weiter nutzen möchten. Doch braucht es eine angemessene Bezahlung, psychologischen Beistand, Tests, Regeln und vieles mehr, sodass eine gesunde Arbeitsatmosphäre gesichert werden kann.

Wir möchten hier gar nicht zu sehr ins Detail gehen, wollten aber zumindest darüber informieren. Details dazu gibt es im Video von The Verge. Es ist allerdings nichts für schwache Nerven.

via The Verge


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