Shazam kann von Übernahme durch Apple (noch) nicht profitieren

10. Oktober 2019 | Apple | 0 Kommentare »

Die Übernahme von Shazam durch Apple spiegelt sich einstweilen noch nicht in dessen Zahlen: Der Musikerkennungsdienst hat sogar sinkende Umsätze zu verzeichnen, das liegt allerdings an Apples Entscheidung, die Werbung einzustellen.

Apple hat die Übernahme von Shazam gegen Ende letzten Jahres abgeschlossen. Vorangegangene Prüfungen des Deals aufgrund diverser Wettbewerbsfragen hatten den Vorgang um einiges in die Länge gezogen, OSXi.de berichtete. Die erfolgte Übernahme wirkt sich indes noch nicht auf die Bilanz von Shazam für das vergangene Jahr aus, wie sich nun zeigte. Danach hat Shazam seine Nutzerbasis zwar leicht ausweiten können, 2018 nutzten rund 478 Millionen Nutzer den Dienst, während es im vorangegangenen Jahr nur 400 Millionen Nutzer waren, die Einnahmensituation hat sich jedoch nicht verbessert.

Das ist direkt auf eine der ersten Entscheidungen Apples nach der Übernahme zurückzuführen: Shazam ist seither für alle Nutzer kostenlos, OSXi.de berichtete. Zuvor gab es eine kostenlose Basisversion mit Werbeeinblendungen und eine kostenpflichtige und werbefreie Version. Mit beidem hat Shazam Geld verdient und das resultierte in einem Umsatz von rund 448 Millionen Dollar. 2018 sank der Erlös auf 345 Millionen Dollar. 2017 hatte Shazam unterm Strich jedoch einen Verlust von 19 Millionen Dollar gemacht, diesen konnte das Unternehmen im Folgejahr allerdings mehr als ausgleichen. Hier dürften indes Sondereffekte im Rahmen der Übernahme eine Rolle spielen.

Nach der Auflösung der einzigen Einnahmequelle dürfte Apple einige Schwierigkeiten damit haben, Shazam profitabel zu führen, das ist aber wohl nicht der Hauptmotivator Apples. Viel mehr ist Shazam eine wertvolle Datenquelle zur Trenderforschung des Musikgeschmacks der Nutzer. Apple hat wie berichtet unlängst damit begonnen, Nutzern von Apple Music die beliebtesten Shazam-Titel in einer Chart-Playlist vorzustellen.


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