Order von Eddy Cue: China darf bei Apple TV+ nicht schlecht weg kommen

14. Oktober 2019 | Apple | 0 Kommentare »

Apple hat offenbar die Drehbuchautoren und Produzenten der Apple TV+-Serien angewiesen, keine negativen Darstellungen von China in ihre Serien mit einfließen zu lassen. Was zunächst skandalös klingt, ist aber offenbar gängige Praxis in der Branche.

Ein schlechtes Timing für Apples Öffentlichkeitsarbeit: Apple hat laut Medienberichten die Produzenten der Serien, die Teil von Apple TV+ sein werden, bereits vor Beginn der Dreharbeiten instruiert, kritische oder negative Darstellungen von China nach Möglichkeit auszuweichen.

Diese Linie von Apple sei von Manager für die Content-Erstellung Eddy Cue persönlich ausgegeben worden. Hintergrund sei unter anderem die Schließung des iTunes und iBooks Store in China 2016, der musste nur ein halbes Jahr nach seiner initialen Eröffnung in China wieder zusperren.

Wer nun aber meint, dieses doch recht fragwürdige Vorgehen Apples in der Gestaltung seiner Originals, der irrt. Laut des Berichts ist ein solches Verhalten in Hollywood nicht unüblich. „Sie machen das dort alle. Sie müssen das so machen, wenn sie in diesem Markt mitspielen wollen und sie wollen in diesem Markt mitspielen. Wer würde das nicht wollen?“ so ein Drehbuchautor, der nicht für Apple arbeitet, gegenüber BuzzFeed News. Wenn der chinesischen Regierung eine App nicht gefalle, bekommt deren Entwickler einen Telefonanruf und fünf Minuten später könne seine App verschwunden sein.

Für Apple kommt dieser Bericht dennoch zur Unzeit: Gerade erst ging durch die Medien, dass das Unternehmen eine App aus dem App Store entfernt hat, mit der Bürger von Hongkong sich in den Protesten gegen die Einflussnahme von China auf die Politik des Stadtstaats organisieren. Wir hatten zuvor hier und hier über die Entwicklung berichtet.


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