In freudiger Erwartung: Gedanken zur morgigen WWDC-Keynote

2. Juni 2019 | Apple, Featured | 0 Kommentare »

Morgen Abend wird Apple um 19 Uhr mit der traditionellen Keynote die alljährliche World Wide Developer Conference (WWDC) eröffnen – und ich blicke endlich mal wieder mit Vorfreude auf ein Apple Event.

Als ich mir die ersten Gedanken zu diesem Artikel gemacht habe, musste ich kurz nachrechnen und bin dabei zu folgendem Ergebnis gekommen: Seit nunmehr neun Jahren schreibe ich, erst nur aus Spaß und später auch als netter Nebenverdienst, über Apple. Keynotes habe ich seitdem nicht mal eine Handvoll verpasst, weil diese in Urlaube oder Familienfeiern gefallen sind. In den letzten Jahren hat allerdings meine Begeisterung für Apples Events abgenommen. Die Gründe dafür sind vielfältig, vor allem ist aber insgesamt meine Begeisterung für Apples Hardware zurückgegangen. Das liegt vor allem daran, dass mich seit der Vorstellung der ersten Apple Watch (das war 2014!) kein Produkt mehr wirklich umgehauen hat. Ich nutze immer noch ein iPhone 6s Plus, ein MacBook Pro aus 2014 und ein iPad Pro 10,5″ und sehe bei keinem der drei Produkte aktuell großen Bedarf für ein Upgrade.

Und dennoch freue ich mich, wie gesagt zum ersten Mal seit Jahren, auf die morgige Keynote – weil eben nicht die Hardware im Fokus stehen wird. Auf den WWDC-Keynotes, die für die anwesenden Entwicklerinnen und Entwickler eine Woche voll mit Sessions zu neuen Funktionen der verschiedenen Betriebssysteme einläutet, kümmert sich in den letzten Jahren traditionell nicht oder höchstens am Rande um neue Hardware und stellt die großen Updates für iOS, macOS, tvOS und watchOS in den Mittelpunkt. Und genau diese Updates dürften es in diesem Jahr in sich haben!

Eine der größten Neuerungen, die Apple im letzten Jahr bereits kurz angeschnitten hat, dürfte in Apps bestehen, die sowohl unter iOS als auch unter macOS laufen können. Apple selbst setzt diese Technik, die intern unter dem Spitznamen Marzipan läuft, bereits seit vergangenem Sommer in einigen Mac-Anwendungen ein, Entwickler bekommen erst mit der ersten Beta von Xcode 11 am Montag Abend offiziell Zugang. Ich bin extrem gespannt, welchen Einfluss diese neue Technik vor allem für die Anwendungen auf dem Mac haben wird, ein aussagekräftiges Fazit dazu können wir allerdings vermutlich kaum vor Ende 2019 ziehen.

Auch iOS bekommt morgen zahlreiche Neuerungen spendiert: Besonders prominent dürfte der systemweite Dark Mode sein. Nicht zuletzt seit der Vorstellung des iPhone X mit OLED-Display ist eine entsprechende Funktion immer wieder im Gespräch, inzwischen haben wir sogar erste Screenshot-Leaks gesehen, die eine entsprechende Integration in iOS 13 bestätigen. Im gleichen Screenshot-Paket war zudem ein erster Blick auf die neue Reminders-Anwendung, die Apple nach Jahren des Ignorierens in einen Zustand zu versetzen scheint, mit dem man vielleicht sogar etwas anfangen kann. Apropos Screenshots: Die Menschen unter euch, die schon immer großen Hass auf iTunes hatten, dürfen sich auf dem Mac mit macOS 10.15 vermutlich über die längst überfällig Ablösung freuen. Statt einer Anwendung, die alle Aufgaben nur halbherzig erfüllt hat, wird Apple auf einzelne Anwendungen für Musik und TV-Inhalte setzen. Die Freude sollte aber nicht zu groß sein: Zumindest die Musik-Anwendung basiert anscheinend in weiten Teilen auf iTunes. Schade eigentlich.

Große Neuigkeiten erwarten auch das iPad: Vermutlich (erstmal) als Funktion in den Bedienungshilfen versteckt, wird Apple morgen die Unterstützung einer Maus an seinem Tablet-Computer präsentieren. Im Gegensatz zu Marzipan stellt diese Neuerung endlich mal keine Tablet-Werdung des Macs, sondern vielmehr einen Schritt in der Mac-Werdung des iPads dar. Einen Stück näher rutschen beide Geräte auch mit einer weiteren Funktion zusammen: Apples Tablets sollen sich mit iOS 13 und macOS 10.15 als zweiter Bildschirm für den Mac nutzen lassen – inklusive Touch-Bedienung.

Dieser kurze Überblick über die möglichen Neuerungen, die in der Gerüchteküche in den letzten Wochen immer wieder gekocht wurden, können meine Aussage aus der Einleitung hoffentlich unterstützen: Ich freue mich auf die Software-Vorstellungen auf der WWDC, und damit endlich auch mal wieder auf eine Keynote.

Wie sieht es bei euch aus? Freut ihr euch auf die Präsentation morgen Abend? Welche der angeblichen Neuerungen wären euch am wichtigsten – und was fehlt? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!


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