Apples Umgang mit Konfliktmineralien 2018: Einige schwarze Schafe aufgespürt

15. Februar 2019 | Apple | 0 Kommentare »

Apple bleibt bei der Vermeidung der Nutzung von Konfliktmineralien weiter Vorreiter der Branche. Eine vollständige Garantie für einwandfreie Arbeitsbedingungen bei der Gewinnung benötigter Rohstoffe ist aber kaum möglich.

Seltene Erden wie Coltan, Kobalt oder Wolfram sind für die Fertigung von Hightech-Erzeugnissen wie Smartphones, Smart TVs, aber auch Elektroautos unverzichtbar. Unglücklicherweise werden viele dieser Mineralien ausschließlich in Gebieten gefördert, die politisch instabil oder von Bürgerkriegen und Unruhen betroffen sind. So wird etwa das Element Kobalt nur in heiklen Konfliktregionen gewonnen. Apple versucht daher schon lange, nur Kobalt von Anbietern zu beziehen, die ihre Mitarbeiter unter akzeptablen Arbeitsbedingungen beschäftigen, OSXi.de berichtete. Das Unternehmen hat nun seinen Report im Umgang mit Konfliktmineralien für das Jahr 2018 vorgelegt. Die Bilanz fällt zwar grundsätzlich positiv aus, offenbart aber einmal mehr systemische Probleme.

Die Gewinnung aller Rohstoffe aus Konfliktregionen lässt Apple von unabhängigen Gutachtern dokumentieren. Im Jahr 2018 wurde diese Dokumentation für 100% der abgenommenen Kontingente erreicht. Fünf Schürfplätze hat Apple im letzten Jahr aus seiner Lieferkette ausgeschlossen: Sie weigerten sich, die unabhängige Prüfung zuzulassen. Apple versucht zuletzt auch mehr und mehr, die benötigten Materialien direkt bei den Minenbetreibern einzukaufen und dubiose Zwischenhändler zu umgehen, wie wir hier berichteten. Apples Anforderungen für den Bezug von Rohstoffen für seine Produkte ist, dass sie nicht dazu dienen, bewaffnete Konflikte zu befördern oder bewaffnete Aufständische indirekt oder direkt mit Finanzmitteln zu versorgen.

2018 war das vierte Jahr, in dem Apple eine unabhängige Prüfung aller Lieferanten und der dort herrschenden Arbeitsbedingungen hat durchführen lassen. Schon seit Jahren gilt Apple als vorbildlich, wenn es um den Schutz der Arbeiter in Konfliktregionen geht. Es ist allerdings ebenso eine Tatsache, dass bis auf weiteres kein hochtechnisches Produkt in Masse gebaut werden kann, das ohne Materialien auskommt, die zumindest unter zweifelhaften Bedingungen gewonnen wurden. Auch Projekte wie das FairPhone können sich von dieser grundsätzlichen Problematik nicht freimachen.


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