Apple verklagt: iPhone 4 unterstützt kein Facetime mehr

30. August 2019 | Apple | 0 Kommentare »

Apple sieht sich einer neuerlichen Sammelklage gegenüber. Sie betrifft abermals Facetime, wurde jedoch nicht von einem sogenantnen Patenttroll eingereicht. Ironischerweise ist der Gegenstand der Klage aber das Ergebnis eines anderen Verfahrens mit einem solchen Kläger.

Apple muss sich einmal mehr mit einer Sammelklage auseinandersetzen. Sie betrifft den Videokonferenzdienst Facetime und wurde vor dem US-Bundesgericht für das südliche Florida eingereicht. Die Kläger sind Nutzer älterer iPhones. Sie stören sich daran, dass Apple die Nutzung von Facetime auf Geräten unmöglich gemacht hat, die noch unter dem zugegebenermaßen fast schon antiquierten iOS 6 laufen.

Um den Hintergrund dieser Klage zu verstehen, muss man einen Blick auf die jahrelangen Rechtsstreitigkeiten werfen, die Apple mit ausgemachten Patenttrollen um Facetime geführt hatte und die für das Unternehmen in millionenschweren Strafzahlungen mündeten. Dieser Patentverwerter hatte darauf gedrängt, eine bestimmte Technik zum Verbindungsaufbau in Facetime nicht mehr zu nutzen. Hierbei wird eine Direktverbindung zwischen den damals maximal zwei teilnehmenden geraten hergestellt. Da die Verfahren zunächst zu Ungunsten Apples ausgingen, brachte man eine andere Lösung.

So hatte Apple die Gespräche fortan über einen dazwischengeschalteten Server laufen lassen – weniger effizient und vor allem teuer, denn die hierfür nötigen Server hat man nicht selbst betrieben, sondern beim Content-Netzwerkbetreiber Akamai Technologies angemietet. Später dann fanden Ingenieure bei Apple aber eine andere Methode, die ursprünglich genutzten Direktverbindungen wieder zu verwenden, diese wurden Bestandteil von iOS 7. Das ältere iOS 6 hatte dieses Update nicht mehr erhalten und Apple wurden die laufenden Serverkosten bei Akamai Technologies rasch zu teuer. Aus diesem Grund wurde das alte System von Facetime abgeschnitten. Betroffen waren Nutzer des iPhone 4 und iPhone 4s. Diese klagen jetzt auf Schadensausgleich.
Der Ausgang der Klage ist ungewiss.


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