Apple ohne China: Trumps Eskalation kostet bis zu 30% des Jahresgewinns

23. Mai 2019 | Apple | 0 Kommentare »

Apple könnten durch die Eskalation im Handelskrieg zwischen den USA und China milliardenschwere Verluste drohen. Sollten sich die beiden Weltmächte nicht einigen, sind Gegenmaßnahmen gegen die US-Wirtschaft aus Peking unvermeidlich. Diese würden dann sehr rasch auch Apple treffen.

Der Handelskonflikt zwischen China und den USA eskaliert nach Monaten der relativen Ruhe wieder. Während die Gespräche der Wirtschaftsdelegationen andauern, hat US-Präsident Donald Trump durch Ausrufung des Nationalen Technologienotstands unter anderem Huawei, aber auch andere chinesische Tech-Konzerne vom Zugriff auf Hard- und Software aus den USA teilweise abgeschnitten. Die Auswirkungen sind vielfältig und nicht allein für China problematisch, von den zu erwartenden Gegenmaßnahmen ganz abzusehen. So ist es etwa auch für Google nachteilig, dass der weltweit zweitgrößte Smartphonehersteller möglicherweise bald Millionen Geräte ohne vorinstallierten Play Store und Google-Dienste ausliefern wird.

Das nächste prominente Opfer der Konflikte könnte Apple sein und zwar in gleich mehrfacher Hinsicht: Zum einen muss die Produktion des nächsten iPhone-Lineups bald beginnen und dies wird zu einem großen Teil von Hunderttausenden Beschäftigten von Foxconn und co. in China erledigt. Der chinesischen Führung könnten Möglichkeiten einfallen, Lieferkette, Produktion und Ausfuhr mit bürokratischen Tricks zu erschweren, das könnte zu Verzögerungen bei den Auslieferungen führen. Apple und seine Fertiger suchen zwar wie berichtet nach Alternativen in Indien und Vietnam, kurzfristig sind diese aber nicht verfügbar.

Darüber hinaus wäre auch ein Verkaufsverbot für iPhones in China möglich. Die denkbaren Verluste in Apples weltweiter Unternehmensbilanz beziffert Goldman Sachs-Analyst Rod Hall auf rund ein Drittel des Jahresgewinns von Apple. In absoluten Zahlen könnte das Unternehmen rund 15 Milliarden Dollar weniger verdienen, wenn China als Absatzmarkt oder Fertigungsstätte ausfällt.

Selbst falls es nicht zum äußersten kommt, existiert schon jetzt ein Schaden: Apple-Produkte fallen zunehmend einem erstarkenden chinesischen Nationalstolz auf heimische Marken wie Huawei zum Opfer, wie wir erst kürzlich berichteten. Diese Entwicklung kommt zur Unzeit: Die iPhone-Verkäufe in China haben sich von den letzten schwächeren Quartalen noch nicht wieder erholt.


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