Apple mahnt Entwickler ab, deren Apps zu viel nach Hause telefonieren

8. Februar 2019 | Apple, Apps | 0 Kommentare »

Apple macht Entwickler erneut darauf aufmerksam, dass die App Store-Richtlinien nicht zulassen, die Nutzer ungefragt auszuspähen. Auslöser war die Entdeckung, dass nach wie vor zahlreiche populäre Apps unbemerkt Bildschirminhalte an die Entwickler oder Marketingpartner senden.

Apple hat erneut auf die Einhaltung seiner App Store-Richtlinien gedrängt. Das Unternehmen reagiert damit auf eine jüngst veröffentlichte Untersuchung zum Verhalten von Apps. TechCrunch hatte berichtet, dass zahlreiche Apps ein Analysetool der israelischen Firma Glassbox verwenden. Dieses Tool zeichnet Bildschirminhalte innerhalb einer App auf und übermittelt sie an den Entwickler oder Dritte. Auf diese Weise kann alles erfasst werden, was der Benutzer sieht oder selbst eingibt. Betroffen sind populäre Apps wie die von Expedia oder die kanadische Fluglinie Air Canada, wo unter anderem Kreditkartennummern von Kunden aufgezeichnet und unzureichend anonymisiert übermittelt wurden.

Auf diesem Weg hat Air Canada nach eigenen Angaben im letzten Jahr rund 20.000 Datensätze verloren. Neben glassbox stellen auch andere Firmen vergleichbare Tools bereit. Für Android sind diese Instrumente natürlich auch verfügbar. Apples Richtlinien für Entwickler im App Store haben deren Nutzung allerdings enge Grenzen gesetzt. Sobald eine App Daten der Benutzer oder zur App-Nutzung aufzeichnet und weitergibt, muss dem Anwender das mitgeteilt und essen ausdrückliche Zustimmung eingeholt werden und das war im vorliegenden Fall nicht gegeben.

Daher hat Apple nun damit begonnen, Entwickler betroffener Apps per E-Mail zu benachrichtigen. Gegenüber TechCrunch betonte Apple weiterhin, der Schutz der Privatsphäre genieße im Ökosystem des Unternehmens höchsten Schutz.

Ob die neuerliche Ansprache durch Apple das Problem merklich entschärfen wird, ist allerdings fraglich. Zwar kann Apple Apps aus dem App Store entfernen, wenn ein klarer Verstoß gegen die Richtlinien entdeckt wird und hat das wiederholt auch mit populären Anwendungen gemacht, doch der App Store umfasst inzwischen Millionen Anwendungen. Alle Verstöße zu sichten und zu sanktionieren, ist kaum realistisch.


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