Apple legt Transparenzbericht vor: Mehr als 500 Apps aus dem App Store gelöscht

3. Juli 2019 | Apple | 0 Kommentare »

Apple hat eine neue Auflage seines regelmäßig erscheinenden Transparenzberichts veröffentlicht. In dem Zahlenwerk verstecken sich einige interessante Informationen: Erstmals gibt Apple auch an, wie viele Apps auf staatlichen Wunsch hin aus dem App Store entfernt wurden.

Apple ist inzwischen in vielen Dingen der Konzernarbeit recht transparent: So gibt man regelmäßig Zahlen darüber heraus, wie viele Anfragen von Behörden zu den eigenen Kunden weltweit an Apple gestellt wurden und wie vielen Gesuchen man nachgekommen ist. Dabei ist Apple in den USA noch immer zu deutlichen Kompromissen bei der Offenheit gezwungen, der Inhalt sogenannter National Security Letters etwa gewährt den US-Behörden eine Art Generalvollmacht zum Zugriff auf Kommunikationsinhalte wie Meta-Daten, einen Richtervorbehalt gibt es hier nicht und die Unternehmen dürfen auch erst mit zeitlicher Verzögerung darüber Auskunft geben, solche Anordnungen erhalten zu haben.

Die mehreren tausend solcher Anfragen betrafen bis zu 2.000 iCloud-Konten, in etwas über 1.200 Fällen wurden auch Daten geliefert, wie sich dem Bericht entnehmen lässt. Weltweit wurden im zweiten Halbjahr 2018 rund 22.500 Anfragen von Behörden an Apple gestellt, erstaunlicherweise liegt Deutschland mit seinen Auskunftsersuchen weit in Front. Allerdings erklärt sich das wohl dadurch, dass die Behörden hier häufiger als in anderen Ländern versuchen, geklaute Geräte wiederzufinden.

Weiter gibt Apple nun auch Auskunft darüber, wie viele Apps auf staatliche Weisung hin aus dem  App Store entfernt sind, dies waren insgesamt mehr als 500 Anwendungen. Die meisten davon verschwanden aus dem chinesischen Store, angeblich aufgrund von Pornographie oder verbotenem Glücksspiels, dies führte auch in Norwegen zu 22 Rauswürfen, in der Schweiz musste auch ein gutes Dutzend Apps aus diesen Gründen verschwinden. In Saudi Arabien löschte Apple 25 Apps aufgrund von vermeintlichen Datenschutzprobleme. Dass die Befolgung lokaler Gesetze, auf die Apple sich in solchen Fällen stets beruft, häufig genug höchst fragliche Konsequenzen zeitigt, haben wir in einer weiteren Meldung berichtet.


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