Apple im Handelskrieg: iPhone-Käufer könnten gleich doppelt bestraft werden

24. Juli 2018 | Apple | 0 Kommentare »

Das iPhone könnte vom heraufziehenden Handelskrieg zwischen Amerika und China gleich doppelt getroffen werden, glauben Handlesexperten. So wären neue Sonderzölle sowohl in den USA als auch für chinesische Kunden möglich. Wie europäische Käufer dastehen, ist derweil noch unklar.

Apple könnte nun doch schon früher vom Handelskrieg berührt werden, den US-Präsident Donald Trump gerade gegen China führen möchte. Frühere Projektionen hatten zwar gewisse Preisfluktuationen bei Apple-Produkten für möglich gehalten, waren aber von allenfalls geringfügigen Steigerungen ausgegangen.

Und tatsächlich wären die Preise auch nur indirekt beeinflusst worden, wie wir hier berichteten, etwa durch Zölle auf Materialien wie Stahl und Aluminium, die in iPhones und Macs verwendet werden.

In den ersten Runden der von Trump verhängten Strafzölle gegen China waren iPhones nicht enthalten. Das änderte sich erst mit dem neusten Korb, den er ins Gespräch brachte. Dieser hätte ein Volumen von reichlich 500 Milliarden Dollar, was dem Volumen der chinesischen Importe in die USA annähernd entspricht.

Hier sind ausdrücklich auch elektronische Geräte wie das iPhone enthalten. Diese würden, wenn sie nach ihrer Endmontage in den chinesischen Foxconn-Standorten in die USA eingeführt werden, dort besteuert.

Damit wäre es aber sicher nicht vorbei: China dürfte mit Strafzöllen auf US-Importe im selben Umfang reagieren. Daneben gehen Handelsexperten wie David Dollar, der Top-Repräsentant für Handelsfragen der Obama-Administration in Peking davon aus, dass die chinesische Führung gezielt Maßnahmen gegen Schlüsselaktuere aus den USA auf dem chinesischen Markt ergreifen könnte.

Apple wäre hier mit einem Marktanteil bei Smartphones von 9% ein logisches Ziel, wie er im WSJ ausführt.

Unklar ist, wie wir in Europa von den Entwicklungen betroffen sind. Apple könnte auch versuchen, den US-markt mehr mit Geräten aus Produktionsstandorten außerhalb Chinas zu bedienen, hier würde Cupertino aber recht rasch an Kapazitätsgrenzen stoßen.

Auch hatte Donald Trump Tim Cook angeblich zugesichert, Apples Produkte irgendwie aus dem Handelskrieg herauszuhalten. Es wird sich zeigen müssen, was diese Zusage letztendlich wert ist.


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