„Anmelden mit Apple“ kritisiert: Versäumnisse bei der Umsetzung führen zu Mehraufwand für Entwickler

3. Juli 2019 | Apple | 0 Kommentare »

Apple wird für seinen neuen Dienst „Anmelden mit Apple“ kritisiert und zwar ausgerechnet von der Organisation, die das Protokoll entwickelt hat, das Apple für diese Funktion verwendet. Ob Apple die nun kritisierten Punkte nachbearbeite wird, ist noch offen.

Apples neuer Service „Anmelden mit Apple“ wird abermals kritisiert, eine Zusammenfassung über Funktionsweise des Dienstes und Vorteile für die Nutzer haben wir in einer weiteren Meldung zusammengefasst. Apple wurde schon zuvor vorgeworfen, mit seinem Dienst unangemessenen Druck auf App-Entwickler auszuüben, da „Anmelden mit Apple“ überall dort angeboten werden muss, wo auch Dritt-Anmeldemöglichkeiten – etwa per Facebook – angeboten werden.

Die nun geäußerte Kritik ist aber etwas technischer.

Sie stammt von der OpenID Foundation, sie steht hinter dem offenen Authentifizierungsstandard OAuth 2.0 und der darauf basierenden Authentifizierungsschicht OpenID Connect, der bereits von Dienstbetreibern wie Microsoft, Amazon und auch deutschen Anbietern verwendet wird. Apple hat dieses Protokoll zur Grundlage von „Anmelden mit Apple“ gemacht und sich dabei in weiten Teilen auch an den Standard gehalten, wie er von der Foundation konzipiert wurde. – weitgehend, aber eben nicht vollständig.

In der Folge seien Entwickler nun gezwungen, zwei sehr ähnliche Arten einer OpenID Connect-Unterstützung zu implementieren, wenn sie „Anmelden mit Apple“ anbieten wollen, was sie wiederum faktisch immer dann müssen, wenn sie im App Store präsent bleiben möchten. Die Stiftung äußert einige Wünsche an Apple: Das Unternehmen soll eine volle Kompatibilität mit OpenID Connect herstellen und diese auch öffentlich kommunizieren. Damit werde „Anmelden mit Apple“ auch kompatibel zur von der OpenID Foundation verwendeten Software, die die bisherigen Nutzer des Standards bereits einsetzen. Schließlich soll Apple der Stiftung beitreten. Inwieweit Apple sich für diese Wünsche offen zeigt, ist schwer zu sagen: Erfahrungsgemäß ist man durchaus bereit, offensichtliche Unvollkommenheiten der eigenen Lösungen zu beseitigen, dafür nimmt man sich aber in Cupertino oft Zeit. Zudem räumt das Unternehmen in der Regel nicht ein, bei einer Implementierung Fehler gemacht zu haben. Auch ist Apple immer geneigt, bei der Nutzung allgemeiner Standards eigene Sonderwege zu gehen, zu sehen war das etwa bei der Kompatibilität mit dem drahtlosen Qi-Ladestandard.
Einige diskrete Nachbesserungen an der technischen Basis sind aber nicht unwahrscheinlich.


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